WLAN-Funkloch: Warum es entsteht und wie du es behebst
Ein WLAN-Funkloch ist ein Ort, an dem der Router keinen brauchbaren Link liefert. Finde die Ursache, beweise das Abdeckungsproblem und wähle die richtige Lösung.
Ein Raum im Haus funktioniert einfach nicht. Das Telefon zeigt noch ein oder zwei Balken, Seiten laden nur halb, Gespräche brechen ab – und alle anderen Räume sind in Ordnung. Das ist ein Funkloch und es hat eine von vier Ursachen.
Nur zwei davon lassen sich mit einem Repeater beheben. Herauszufinden, welche Ursache vorliegt, dauert zehn Minuten, kostet nichts und entscheidet, ob die gekaufte Box den Raum repariert oder in einer Schublade landet.
WLAN-Funkloch: Was es wirklich ist#
Ein Funkloch ist fast nie ein Ort ohne Signal. Es ist ein Ort, an dem das Signal so nahe an das Hintergrundrauschen gefallen ist, dass der Link keine nützlichen Daten mehr übertragen kann.
Zwei Werte entscheiden:
- Der Signalpegel am Gerät, gemessen in dBm. Er sinkt, wenn sich das Signal ausbreitet und Wände, Böden und Möbel durchquert.
- Der Rauschpegel – die Hintergrundenergie im Funkraum, ebenfalls in dBm. In einem ruhigen freistehenden Haus liegt das 5-GHz-Rauschen typischerweise bei -95 bis -90 dBm. In einem dicht bebauten Haus kann es bei 2,4 GHz bei -85 dBm oder schlechter liegen, weil jedes Nachbarnetz Teil des Rauschens ist.
Entscheidend ist der Abstand zwischen den beiden. Er heißt SNR. Als Faustregel ist unter 15 dB unabhängig von der Signalstärke problematisch, 20 dB das Minimum für zuverlässigen Durchsatz und über 25 dB komfortabel für alles, was ein Haushalt tut. Die Werte dahinter stehen in der Bedeutung der einzelnen dBm-Werte.
Es gibt also zwei völlig verschiedene Wege, ein Funkloch zu erzeugen; vom Sofa sehen sie gleich aus:
- Das Signal herunterdrücken – Entfernung, Wände, ein Router im Schrank.
- Das Rauschen erhöhen – ein überlasteter Kanal, eine Mikrowelle, vierzehn Nachbarnetzwerke auf denselben Frequenzen.
Als praktische Grenze gilt: Unter etwa -80 dBm bleiben die meisten Geräte verbunden, tun aber kaum etwas; unter -85 dBm trennen sie sich und verbinden sich in einer Schleife neu. Ein Raum mit -78 dBm ist nicht tot, sondern ausgehungert – und für solche Räume hilft ein Repeater am meisten.
Die vier Ursachen, nach Wahrscheinlichkeit geordnet#
Das ist die ungefähre Reihenfolge in einem normalen Haus – eine Faustregel aus der Physik, keine Statistik.
| Nr. | Ursache | Typisches Zeichen | Hilft ein Repeater? |
|---|---|---|---|
| 1 | Pfadverlust – Entfernung plus Hindernisse | Das Signal wird auf dem Weg zum Raum gleichmäßig schwächer; der Raum ist weit entfernt oder liegt hinter Mauerwerk | Ja, bei passender Platzierung |
| 2 | Router steht ungünstig | Router in Ecke, Eingangsschrank, Keller oder auf dem Boden hinter Fernseher | Router zuerst verschieben – kostenlos |
| 3 | Rauschen und Überlastung | Raum funktioniert um 8 Uhr und fällt um 20 Uhr aus; Nachbarräume sind gut | Meist nicht, kann es verschlimmern |
| 4 | Das Gerät, nicht das Haus | Ein Gerät fällt aus, ein anderes funktioniert am selben Ort | Selten, Gerät reparieren |
1. Entfernung plus Hindernisse#
Mit Abstand die häufigste Ursache und genau das Problem, für das ein Repeater entworfen wurde. Freier Raum ist günstig: Eine Entfernungsverdopplung kostet etwa 6 dB. Wände sind teuer. Eine Trockenbauwand kostet bei 5 GHz typischerweise 3–6 dB, eine Innenwand mit Kabeln und Rohren 5–8 dB, Ziegel oder Stahlbeton drei- bis viermal so viel – die Materialwerte stehen in wie Wände WLAN beeinflussen.
Addiere die Werte und die Rechnung wird schnell hässlich. Das Schlafzimmer über der Garage ist nicht eine Wand entfernt, sondern eine Decke plus zwei diagonale Wände. Deshalb fällt es aus, während ein doppelt so weit entfernter Raum am geraden Flur funktioniert.
Die Lösung: Router in die Mitte der benötigten Abdeckung verschieben. Geht das nicht, kommt ein zweites Funkmodul auf die nahe Seite der teuren Wand: Repeater, Mesh-Knoten oder kabelgebundener Access Point.
2. Der Router steht am falschen Ort#
Fast jedes Haus stellt den Router dorthin, wo das Kabel eintritt – fast immer eine Ecke. Ein Router in der Ecke verschwendet die Hälfte seiner Abdeckung an Garten und Straße.
Die Zeichen sind physisch, nicht technisch: auf dem Boden, im Mediaschrank, im Schrank mit dem Boiler oder an einer Außenwand am Ende des Hauses. Ihn an einen zentralen, mindestens hüfthohen und offenen Ort zu verschieben, kann über die entfernte Hälfte 6–12 dB bringen – so viel wie ein gut platzierter Repeater, aber kostenlos. Tu das vor allem anderen; die Details stehen in wo dein Router stehen sollte.
3. Rauschen und Überlastung#
Erhöhe den Rauschpegel um 10 dB und dir fehlen 10 dB nutzbare Reichweite, ohne dass sich das Signal verändert. An diese Ursache denkt fast niemand; in Wohnungen ist sie besonders häufig.
Das Zeichen ist die Uhrzeit. Ein Geometrieproblem ist konstant; der Raum ist auch um 3 Uhr morgens schlecht. Ein Rauschproblem hat einen Zeitplan: der Abend oder jeder Mikrowellenlauf. Ist der Raum beim Frühstück gut und beim Abendessen unbrauchbar, kaufe keinen Repeater, sondern lies was dein WLAN stört.
Die Lösung: Kanal wechseln, bei 2,4 GHz auf 20 MHz bleiben und in einem dichten Gebäude 5 GHz von 80 auf 40 MHz reduzieren. Verschiebe Geräte, wenn möglich, auf 5 oder 6 GHz, wo die Nachbarschaft ruhiger ist. Ein Repeater ist hier aktiv kontraproduktiv: Er ist ein weiterer Sender auf demselben überlasteten Kanal.
4. Das Gerät, nicht das Haus#
Diese Ursache wird unterschätzt und lässt sich billig ausschließen. Ein reiner 2,4-GHz-Smart-Plug am Rand der Abdeckung, ein Fernseher mit Antenne direkt an einem Metallschrank oder ein Telefon, das am Router festhält, mit dem es zwei Räume zuvor verbunden war.
Das Zeichen ist ein Widerspruch: Dein Telefon schafft 200 Mbit/s in der Tür, der Fernseher drei Fuß weiter puffert aber ständig. Das ist kein Abdeckungsproblem. Gerät verschieben, aus dem Metallgehäuse nehmen oder verkabeln.

Beweise die Abdeckung, bevor du etwas kaufst#
Führe diese Schritte der Reihe nach aus. Jeder schließt eine ganze Kategorie aus; du kannst aufhören, sobald einer das Symptom erklärt.
- Laptop per Ethernet an den Router anschließen und Geschwindigkeit testen. Das ist deine Obergrenze; alles Drahtlose ist ein Bruchteil davon.
- Liegt dieser Kabelwert deutlich unter deinem Tarif, hör auf. Kein Repeater repariert Anbieter oder Modem. Arbeite stattdessen den Test ISP gegen WLAN durch.
- Neben dem Router denselben Test über WLAN wiederholen. Bricht er bereits in unmittelbarer Nähe ein, liegt es an Router, Band oder Überlastung – nicht an der Abdeckung.
- Zum toten Raum gehen und mit demselben Gerät erneut testen. Schreibe Geschwindigkeit und Signalwert auf.
- Vergleiche die beiden Signalwerte. Ein Abfall von 30 dB oder mehr zwischen Router und Raum ist ein Abdeckungsproblem. Nur 10–15 dB Verlust bei trotzdem schlechter Geschwindigkeit deutet auf Rauschen oder Kapazität.
- Ein zweites Gerät am selben Ort testen. Ist Gerät B gut und Gerät A schlecht, liegt das Problem am Gerät, nicht am Haus.
- Den Test zu einer anderen Tageszeit wiederholen. Große Unterschiede zwischen Morgen und Abend bedeuten Überlastung oder ISP-Engpass, nicht Geometrie.
- Alles andere im Haus pausieren – 4K-Stream, Konsolendownload – und erneut testen. Erholt sich der Raum, fehlte Kapazität, nicht Signal.
Die Lösung nach Kosten geordnet#
Arbeite die Liste von oben nach unten ab und halte an, sobald der Raum funktioniert.
- Kostenlos: Router verschieben und höher stellen, aus dem Schrank holen, Kanal wechseln, betroffenes Gerät verschieben.
- Günstig: ein Repeater an einem Ort, an dem der Router noch etwa -60 bis -67 dBm liefert.
- Besser: ein kabelgebundener Access Point – ein alter Router im Bridge- oder AP-Modus am Ende eines Ethernetkabels schlägt jeden Funk-Repeater.
- Ganzes Haus: ein Mesh-System, wenn drei oder mehr Räume ausfallen und du funktionierendes Roaming statt eines Patches für einen Raum willst.
Häufig gestellte Fragen#
Was verursacht ein WLAN-Funkloch in einem Raum?
Meist die Entfernung zusammen mit dem, was das Signal durchqueren muss – eine zusätzliche Wand, eine Decke oder Mauerwerk zwischen Raum und Router. Die zweithäufigste Ursache ist der Router selbst in einer Ecke oder einem Schrank. Störungen und ein einzelnes fehlerhaftes Gerät erklären fast den Rest.
Kann ein WLAN-Repeater jedes Funkloch beheben?
Nein. Er hilft nur, wenn der Raum schwaches Signal hat und zwischen Raum und Router ein Punkt mit starkem Link zum Wiederholen liegt. Fällt der Raum wegen Kanalüberlastung, langsamer Internetverbindung oder eines defekten Geräts aus, hilft der Repeater nicht und kann einen überlasteten Kanal sogar verschlechtern.
Warum zeigt mein Telefon volle Balken, aber nichts lädt?
Balken messen den Signalpegel, nicht die Signalqualität. Ist das Hintergrundrauschen hoch – ein voller Kanal, ein Nachbarnetz oder eine Mikrowelle –, kann der Abstand zwischen Signal und Rauschen zu klein für Daten sein, obwohl das Signal stark aussieht. Dieser Abstand, nicht die Balkenzahl, entscheidet über die Verbindung.
Welche dBm-Zahl gilt als Funkloch?
Als grobe Orientierung bleiben Geräte unter -80 dBm verbunden, kämpfen aber mit allem, was über E-Mail hinausgeht. Unter -85 dBm trennen sie sich und verbinden sich wiederholt neu. Die Grenzen verschieben sich mit dem Rauschen: -78 dBm in einem ruhigen Haus kann besser funktionieren als -70 dBm in einem dicht belegten Wohnhaus.