WLAN im offenen Grundriss: Warum die Abdeckung trotzdem ausfällt

Auch in Häusern mit offenem Grundriss gibt es WLAN-Funklöcher. Stahlträger, Wärmeschutzglas, eine Kücheninsel aus Metall und Fußbodenheizung zeigen, wo die Abdeckung unbemerkt endet.

Die praktische Antwort auf WLAN im offenen Grundriss beginnt mit dem Weg zwischen dem Router und dem Raum, in dem die Verbindung funktionieren muss.

Ein offener Grundriss sollte eigentlich der einfache Fall sein: weniger Wände, weniger Hindernisse, weniger Funklöcher. Dann brechen am entfernten Ende des Küchen- und Essbereichs Videotelefonate ab, der Glas-Anbau zeigt nur einen Balken und das Tablet auf der Insel verliert die Verbindung zum Rezept.

Wände zu entfernen beseitigt nicht alle Hindernisse. Es entfernt die einfachen und lässt jedes teure Hindernis an seinem Platz – und fügt einige hinzu, die überhaupt erst entstehen, weil die Wand verschwunden ist.

WLAN-Abdeckung in einem Haus mit offenem Grundriss vor und nach dem Hinzufügen eines Extenders außerhalb des privaten Schlafzimmers
Die offene Hälfte des Hauses funktioniert mit einem Router gut. Es ist der abgetrennte Seitenflügel, der ausfällt – und die Lösung liegt direkt außerhalb davon, nicht darin.

Keine Wände bedeutet nicht keine Funklöcher#

Eine Gipskartonwand kostet ein 5-GHz-Signal 3 bis 6 dB. Das ist die Wand, die Sie entfernt haben. Zählen Sie nun, was der offene Grundriss an ihre Stelle setzt. Um eine Wand zu entfernen, muss die Decke darüber abgestützt werden – dadurch entsteht ein Stahlträger. Damit der Raum hell wird, wird ein ganzes Ende verglast. Damit eine Küche in einem Raum funktioniert, in dem Menschen sitzen, verschwinden die Geräte in einer Insel und einer Reihe raumhoher Schränke. Und wenn die Wände weg sind, beheizen Sie den Boden.

Hindernis im offenen Grundriss Typischer Verlust bei 5 GHz Das verräterische Symptom
Einfaches, unbeschichtetes Glasfenster 2–6 dB Kaum bemerkbar
Wärmeschutzglas, faltbare Terrassentüren, Dachfenster 10–25 dB Das Signal stirbt wenige Meter hinter der Glasfläche ab
Stahlträger über der entfernten Wand Als undurchlässig behandeln Ein Streifen schwacher Abdeckung entlang einer Linie
Raumhohe Geräteschränke und Kühlschrankzeile 20–30 dB oder mehr Die Abdeckung endet an der Küchenwand
Insel mit Kochfeld, Geschirrspüler und Weinkühlschrank 10–20 dB auf Arbeitsplattenhöhe Nur Geräte auf der Insel haben Probleme
Fußbodenheizung über folienkaschierter Dämmung 20–30 dB nach unten Der Raum unter dem offenen Grundriss ist ohne Signal
Erhaltener gemauerter Schornstein 10–16 dB Eine schmale Säule mit schlechtem Signal

Der Stahlträger und der Bodenaufbau#

Der Träger, an den niemand denkt#

Die entfernte Wand wurde durch einen Stahlträger oder einen Holzwerkstoffträger mit einer durchgehenden Stahlplatte ersetzt. In beiden Fällen verläuft eine durchgehende Metallfläche in der Decke – genau dort, wo früher die Wand stand.

Behandeln Sie Metall als undurchlässig, nicht einfach nur als verlustbehaftet. Der Träger ist jedoch nur 20 bis 35 Zentimeter tief und sitzt oben im Raum, daher ist sein Schatten gerichtet und nicht vollständig. Hoch montierte Geräte leiden am stärksten: Ein Router auf einem hohen Bücherregal oder ein an der Decke montierter Access Point liegt in der Ebene des Trägers und versorgt eine Seite der früheren Wandlinie besser als die andere. Senken Sie ihn auf Kopfhöhe ab, dann läuft das Signal darunter hindurch. Diagonale Wege in das obere Stockwerk kreuzen die Trägerlinie ebenfalls – wenn genau ein Schlafzimmer oben schlecht versorgt ist und über der früheren Wand liegt, haben Sie die Ursache gefunden.

Fußbodenheizung und was darunter liegt#

Eine Fußbodenheizung besteht aus Widerstandsdraht in einer dünnen Betonschicht oder aus Wasserrohren, die an Dämmplatten befestigt sind – und diese Platten sind meist folienkaschiert. Die Folie ist das Problem, nicht die Wärme: Behandeln Sie einen folienbeschichteten beheizten Boden nach unten als nahezu undurchlässig, mit 20 bis 30 dB oder mehr Verlust.

Glas ist das überzeugendste Funkloch im Haus#

Man kann durch Glas hindurchsehen, daher nimmt man an, dass das Signal dasselbe kann. Modernes Glas ist für WLAN jedoch kein gewöhnliches Fenster.

Eine emissionsarme Verglasung trägt auf einer ihrer Innenseiten eine mikroskopisch dünne Metalloxidschicht. Sie ist unsichtbar, bei neuen Fenstern Standard, bei Glas-Anbauten, faltbaren Terrassentüren und Dachfenstern nahezu überall vorhanden und kostet bei 5 GHz 10 bis 25 dB. Einfaches Einscheibenglas in einem alten Schiebefenster kostet 2 bis 6 dB – deshalb hat der zugige Teil des Hauses oft besseres WLAN als der neue Teil.

Der Glas-Anbau ist daher oft der schlechteste Raum im Haus: Er wirkt am offensten und ist am stärksten abgeschirmt. Das Signal kann nicht durch das Dachfenster oder die Glaswände eintreten, sondern muss durch die bauliche Öffnung zwischen altem und neuem Hausteil gelangen. Richten Sie den Empfang auf diese Öffnung, nicht auf das Glas. Auch die Terrasse bekommt kaum etwas ab: Geschlossene Falttüren sind eine metallbeschichtete Barriere mit Aluminiumpfosten, und die Abdeckung im Außenbereich endet meist wenige Meter davor. Das ist ein eigenes Problem der WLAN-Abdeckung im Garten und auf der Terrasse.

Wo der Extender in einem Haus mit offenem Grundriss hingehört#

Der große offene Raum selbst ist selten das Funkloch. Ausfälle gibt es am Rand: im Hauswirtschaftsraum, in der Garage, im Büro hinter der einen behaltenen Wand und im Glas-Anbau. Richten Sie Ihre Lösung auf diese Bereiche.

  1. Stellen Sie den Router zuerst zentral und hoch auf und lassen Sie ihn einen ganzen Tag dort. Das kostet nichts und ist der Schritt, den die meisten überspringen.
  2. Gehen Sie den Ausfall mit einem laufenden Videoanruf ab und notieren Sie, wo er beginnt. An der alten Wandlinie bedeutet Stahl. Wenige Meter hinter der Verglasung bedeutet Beschichtung. Nur auf Arbeitsplattenhöhe bedeutet die Insel. Nur unten bedeutet der Boden.
  3. Platzieren Sie den Extender innerhalb der Öffnung, nicht hinter dem Hindernis. Beim Glas-Anbau ist das die Steckdose direkt innerhalb der baulichen Öffnung; für Hauswirtschaftsraum oder Garage ist es die Steckdose auf der Seite des offenen Raums, an der die erhaltene Wand liegt.
  4. Halten Sie die Verbindung zurück zum Router von der Trägerlinie und der Insel fern. Höhe löst beides – ein Regal ist hier 5 bis 8 dB besser als eine Steckdose nahe am Boden.
  5. Bestätigen Sie, dass er den Router weiterhin gut hört, und zwar an der letzten Position, an der der Router etwa -60 bis -67 dBm anzeigt. Weiter außen sendet er ein grenzwertiges Signal mit voller Leistung erneut aus, was schlechter als gar kein Signal ist.
  6. Testen Sie im Zielraum während der Aktivität, die Sie gestört hat, nicht neben dem Extender.

Häufig gestellte Fragen#

Warum ist mein WLAN in einem Haus mit offenem Grundriss trotz fehlender Wände schlecht?

Weil die Hindernisse verschoben wurden, statt zu verschwinden. In der Decke sitzt dort, wo die alte Wand war, ein Stahlträger; die verglaste Seite hat eine Metallbeschichtung mit 10 bis 25 dB Verlust; die Insel besteht auf Arbeitsplattenhöhe aus einer Reihe von Metallgeräten; außerdem kann der Raum 14 Meter lang sein, was allein im freien Raum etwa 20 bis 25 dB Verlust bedeutet.

Blockiert ein Glas-Anbau das WLAN?

Ja, deutlich stärker als einfaches Glas. Beschichtungen mit niedriger Emissivität auf moderner Verglasung und Falttüren kosten bei 5 GHz typischerweise 10 bis 25 dB. Deshalb erreicht das Signal den Raum durch die bauliche Öffnung vom älteren Hausteil aus und nicht durch das Glas. Darum ist der hellste Raum oft der mit dem schwächsten Signal.

Beeinflussen Stahlträger das WLAN-Signal?

Ja, aber nur entlang einer Linie. Ein Träger ist eine durchgehende Metallfläche mit 20 bis 35 Zentimetern Tiefe auf Deckenhöhe. Er wirft daher einen Schatten auf die Linie der alten Wand und nicht auf den ganzen Raum. Besonders wichtig ist das für deckenmontierte Access Points und diagonale Wege zum oberen Stockwerk.

Blockiert eine Fußbodenheizung das WLAN?

Das Heizelement selbst ist nur ein kleines Hindernis; die folienkaschierte Dämmplatte darunter ist die eigentliche Barriere. Zusammen können sie nach unten 20 bis 30 dB oder mehr kosten. Über dem beheizten Boden ist die Abdeckung meist in Ordnung, aber Keller oder Garage darunter verlieren nach dem Einbau des Bodens oft das Signal.

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